Nationales Zentrum für die Prüfung von Strukturen der ständigen Aus- und Weiterbildung
2.3.3.6.Nationales Zentrum für die Prüfung von Strukturen der ständigen Aus- und Weiterbildung
Auf der Grundlage von Gesetz 2224/94 wurde unter der Bezeichnung "Nationales Zentrum für die Prüfung von Strukturen der ständigen Aus- und Weiterbildung" eine juristische Person privaten Rechts gegründet, die dem Ministerium für Arbeit und Sozialversicherung untersteht.
Ziele des Zentrums sind:
- die Prüfung der Ausbildungsstrukturen und Voraussetzungen der Ausbildungseinrichtungen auf ihre Eignung hin, insbesondere was die Berufsbildungsprogramme, die Qualifikation der eingesetzten Lehrkräfte und die Vermittlung von beruflichen Fähigkeiten und Kenntnissen betrifft;
- die Entwicklung von Programmen zur ständigen beruflichen Qualifizierung, Methodologie des Unterrichts und Ausbildung von Lehrkräften;
- die Aufstellung eines Registers von Trägern ständiger beruflicher Aus- und Weiterbildungsprogramme;
- der Informationsaustausch und die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Trägern in Ländern der Europäischen Union.
Das Forschungsinstitut für berufliche Bildung und Beschäftigung (PIEKA) wurde gemäß den Bestimmungen von § 14 Gesetz 2434/1996 "Maßnahmen der Politik zur Beschäftigung und beruflichen Bildung und Ausbildung" in "Nationales Beschäftigungsobservatorium" (EPA) umbenannt. Das EPA hat seinen Sitz im Raum Attika und ist eine wirtschaftlich selbständige privatrechtliche Körperschaft mit einem Geschäftsführer, die von der OAED beaufsichtigt wird.
2.3.4.1. Institutioneller Rahmen
Das Nationale Beschäftigungsobservatorium (EPA) ist der Nachfolger des Forschungsinstituts für berufliche Bildung und Beschäftigung (PIEKA). Das Observatorium wurde aufgrund Beschluß 33347 vom 7.5.1996 des Ministers für Arbeit und Sozialversicherung eingerichtet und ist eine selbständige, zivilrechtliche juristische Person mit einem Geschäftsführer, die von der OAED beaufsichtigt wird. Der Verwaltungsrat des EPA setzt sich aus Vertretern des Staates (Ministerium für Arbeit und Sozialversicherung, OAED, Staatliches Amt für Statistik) sowie Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen. Der Leiter der OAED wird vom Minister für Arbeit und Sozialversicherung zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates des EPA ernannt.
Das Nationale Beschäftigungsobservatorium hat folgende Verwaltungsstruktur:
- Forschungsabteilung;
- Informatikabteilung;
- Abteilung für berufliche Bildung und Beschäftigung;
- Abteilung für verwaltungstechnische Unterstützung.
Hauptziele des Nationalen Beschäftigungsobservatoriums sind die Erfassung sekundärer Arbeitsmarktdaten sowie Analyse des Arbeitsmarkts zur Unterstützung der Beschäftigungs- und Ausbildungspolitik. Im Hinblick auf Fragen der Ausbildung wird als wichtigster Faktor zur Gewährleistung eines qualitativ hochwertigen aber auch wirksamen Berufsausbildungs- und Weiterbildungssystems dessen Verknüpfung mit Arbeitsmarktbedürfnissen und -entwicklungen gesehen.
Aufgrund von durchgeführten Studien hat das EPA seine Aktivitäten auf die Identifizierung, Analyse und Prognose des Arbeitsmarktbedarfs ausgerichtet. Das EPA unterstützt auf dieser Basis auch Stellen mit Entscheidungsbefugnissen, indem es Informationen zu Angebot an und Nachfrage nach Humanressourcen auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellt. Die Grundlage der Aktivitäten des EPA ist ein Integriertes Informationssystem zur Analyse des Arbeitsmarkts.
Ziel des EPA ist die Schaffung einer einheitlichen und methodologischen Herangehensweise und eines Datenverarbeitungssystems, die eine systematische Analyse des Arbeitsmarkts ermöglichen. Dieser Ansatz enthält bereits konkrete Vorschläge unter anderem zu Fragen bestimmter Berufe und fachlicher Ausrichtungen, die eine besondere Dynamik auf dem Arbeitsmarkt sowie in der beruflichen Bildung und Umschulung für eine konkrete Zielgruppe oder Region erfordern.
Die wesentlichsten Aktivitäten des Nationalen Beschäftigungsobservatoriums sind:
1. Die fachliche Unterstützung der OAED und des Ministeriums für Arbeit und Sozialversicherung. Insbesondere werden die Berichte und Studien des EPA zum Arbeitsmarkt bei der Entwicklung der Arbeitsmarktpolitik eingesetzt. Folglich ist das Observatorium auch beauftragt worden, dem Ausschuß für die Beobachtung des Nationalen Beschäftigungsplans wissenschaftliche und administrative Unterstützung zu bieten.
2. Die weitere Entwicklung des Integrierten Informationssystems des EPA zur Erfassung und Auswertung der gegenwärtigen Arbeitsmarktsituation und der Tendenzen auf dem Arbeitsmarkt in Griechenland. Die Informationen werden auf der Basis aller verfügbaren Sekundärdaten aus den wesentlichen statistischen Quellen zu Fragen des Arbeitsmarkts zusammengestellt.
3. Die Durchführung von Feldforschung, vor allem in Regionen mit Problemen bei der Umstrukturierung des Produktionssystems, in Gebieten mit besonders hoher Arbeitslosigkeit und in Regionen mit demographischen Problemen usw. Der Nutzen von Untersuchungen in diesen Bereichen ergibt sich aus der Notwendigkeit einer verstärkten Nutzung und Entwicklung der Humanressourcen auf lokaler Ebene in Verbindung mit den sich abzeichnenden Wachstumschancen und insbesondere den Entwicklungen hinsichtlich der Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen auf lokaler Ebene.
4. Die Planung und Durchführung von Pilotprogrammen zur Aus- und Weiterbildung in innovativen Ausbildungsbereichen für Arbeitslose, für von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen und für Beschäftigte. Die Programme werden in Zusammenarbeit mit der OAED gestaltet und durchgeführt mit dem Ziel, das Angebot an Arbeitskräften der Nachfrage anzupassen.
5. Die Ausarbeitung eines Systems zur Beobachtung und Bewertung von Gemeinschaftsprogrammen, um die Verwaltung und die Nutzung der Humanressourcen auf regionaler Basis beobachten und beurteilen zu können. Konkret ist die Erarbeitung von Indikatoren, also quantitativen und qualitativen Bewertungsparametern vorgesehen, die in ihrer Gesamtheit das Beobachtungs- und Bewertungssystem bilden.
6. Die Umsetzung einer einheitlichen Herangehensweise bei der Durchführung von Analysen, Studien und Prognosen zu den regionalen Arbeitsmärkten und die Entwicklung eines Modells für die Prognose der Nachfrage nach speziellen Qualifikationen.
7. Die Verbreitung von Informationen über regionale Arbeitsmärkte durch die regelmäßige Veröffentlichung von Berichten, Statistiken und Studien, die sich an die Träger der wirtschaftlichen Entwicklung, die Gebietskörperschaften, Berufsgenossenschaften und gewerkschaftliche und soziale Organisationen in allen Regionen richten.
8. Die Schaffung einer bibliographischen Datenbank aller veröffentlichten Analysen und Studien, die für die einzelnen Regionen erstellt wurden.
Einen zentralen Platz im Rahmen der oben genannten Aktivitäten nimmt das bereits vom EPA entwickelte Integrierte Informationssystem zur Analyse des Arbeitsmarkts ein. Die Planung und Umsetzung konkreter Anwendungen, die im Rahmen des Informationssystems entwickelt wurden, gestatten die systematische, genaue und zuverlässige Erstellung der notwendigen Informationen über die bestehende Situation und die Entwicklungen auf den regionalen Arbeitsmärkten.
Das EPA ist als Nationale Hilfsstruktur im Sinne der Gemeinschaftsinitiative ADAPT definiert worden. In Ausnutzung seiner Infrastruktur und des Know-how seiner Mitarbeiter hat das EPA ein integriertes System für das Management und die Beobachtung von Gemeinschaftsprogrammen und -initiativen entworfen, das sich konsequent in dessen Aktivitäten und die besonders wichtige Aufgabe der technischen Unterstützung des Ministeriums für Arbeit und Sozialversicherung, der Europäischen Kommission und aller anderen betroffenen Stellen bezüglich der Planung, Beobachtung und Bewertung der Aktionen im Rahmen der ADAPT-Initiative einordnet.
Weiterhin gehören die Experten des EPA den "Fachausschüssen für Arbeitsmarktfragen" auf nationaler und europäischer Ebene an. Hingewiesen sei auch auf die Teilnahme von EPA-Experten am "Beschäftigungs- und Arbeitsmarktausschuß" sowie an den "Fachgruppen für Benchmarking", die sich aus Experten aller EU-Mitgliedstaaten zusammensetzen.
2.3.4.2.1. Datenerfassung (graphische Aufarbeitung von Daten)
Im Rahmen der Politik des Ministeriums für Arbeit und Sozialversicherung zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zum Ausbau der Beschäftigung (Gesetz 2434/96), hat das EPA in Form des Integrierten Informationssystem eine Struktur zur Arbeitsmarktanalyse entworfen, die geeignet ist, das Ministerium und die OAED bei der Ergreifung von Maßnahmen mit allen notwendigen Informationen zu unterstützen.
Die Gestaltung der thematischen Einheiten zielt auf die vollständige Erfassung und Beobachtung der sich auf den lokalen Arbeitsmärkten vollziehenden Tendenzen ab, sowohl was das Angebot als auch was den Bedarf an Arbeitskräften betrifft. Das System bietet allen betroffenen Nutzern (von den Ministerien und Regionen bis hin zu den direkt betroffenen Personen, z.B. den Arbeitslosen) sofort und zuverlässig Informationen zu Fragen des Arbeitsmarkts, wobei fünf grundlegende Punkte abgedeckt werden:
- Kartographierung des Arbeitsmarkts;
- Arbeitsmarktanalysen;
- Arbeitsmarktprognosen;
- Berufliche Bildung;
- Freie Stellen.
2.3.4.2.2. Schaffung, Anwendung und Weiterentwicklung eines Modells für Prognosen
Schaffung, Anwendung und Weiterentwicklung eines Modells für Prognosen über die Bedürfnisse im Bereich der Berufsbildung und Bestimmung des Bedarfs an Qualifikationen und Spezialisierungen in allen Berufen
Die Analyse und Prognose spezifischer Arbeitsmarktindikatoren (Arbeitslosigkeit, Beschäftigung, Beschäftigungsstruktur nach Branchen, Berufen und Ausbildungsabschlüssen) ist eine der wichtigsten Aufgaben des EPA.
Im Rahmen dieser Tätigkeit wird eine Methodologie für die quantitative Bewertung der wesentlichsten Arbeitsmarktindikatoren auf regionaler Ebene entwickelt. Die erste Annäherung an das Thema erfolgte durch die Berechnung von Indikatoren für das Angebot und die Nachfrage bezogen auf die einzelnen Berufe auf regionaler Ebene auf der Grundlage von diachronischen Daten des Nationalen Amts für Statistik (ESYE).
Durch diese Herangehensweise wurden die Berufe mit der größten Dynamik in den 13 Regionen Griechenlands bestimmt, um Programme zur beruflichen Bildung in den Bereichen zu schaffen, in denen ein wirklicher Bedarf auf dem Arbeitsmarkt besteht.
2.3.4.2.3. Neustrukturierung des OAED-Systems der Registrierung von Arbeitslosen
Das Ziel ist die Neustrukturierung des gesamten OAED-Systems der Datenerhebung zu Beschäftigung und Arbeitslosigkeit.
2.3.4.2.4. Jährlicher Bericht über Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Griechenland
Auf Grundlage der EPA-Analysen über die Arbeitsmarktsituation wird ein Jahresbericht zur Beschäftigung in Griechenland veröffentlicht. Die erste Ausgabe wird folgenden Fragen nachgehen:
- Tendenzen und Perspektiven der Beschäftigung in Griechenland;
- Beziehung zwischen Beschäftigung und BIP;
- Entwicklung der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter;
- Entwicklung der Erwerbsbevölkerung und der Erwerbsquote;
- Verteilung von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit nach Region, Geschlecht, Alter und Bildungsniveau;
- Beziehung zwischen Wachstum, Produktivität und Beschäftigung;
- Langzeitarbeitslosigkeit;
- Beziehung zwischen wirtschaftlichen Veränderungen und Beschäftigung;
- Entwicklung der Gehälter, der Lohnnebenkosten und der Stücklohnkosten;
- Beschäftigungssituation in allen drei Sektoren der griechischen Volkswirtschaft;
- Einfluß der industriellen Umstrukturierung auf die Beschäftigung.
2.3.4.2.5. Regelmäßig erscheinende Studien
Die Studien werden im Rahmen des jährlichen Aktionsprogramms des EPA und entsprechend den Besonderheiten der jeweiligen Region und den Bedürfnissen der Stellen, für die das EPA arbeitet, erstellt. Die Studien enthalten Daten und Analysen des Arbeitsmarkts, die diesen Stellen im Prozeß der Entscheidungsfindung helfen sollen. Gegenwärtig liegen Studien über die Verwaltungsbezirke Thesprotia, Arkadien und Syros vor.
2.3.4.2.6. Ad-hoc-Studien
Das EPA erstellt auch Studien außerhalb seiner geplanten Aktionen, sofern eine entsprechende Anfrage vorliegt, die vom Verwaltungsrat genehmigt wurde.
2.3.4.2.7. Planung und Umsetzung von Pilotprogrammen zur beruflichen Bildung und Beschäftigung
Das EPA initiiert Pilotprogramme, bei denen vor allem die Ergebnisse seiner Studien genutzt werden. In diesem Zusammenhang wurde in Zusammenarbeit mit dem INE/GSEE ein Pilotprogramm (Art. 6 ESF) zur "Nutzung der Humanressourcen bei technischen Großprojekten" durchgeführt.
Ziel des Programms war der Ausbau der Beschäftigung und die Anwendung von Humanressourcen in technischen Projekten mit den folgenden Schwerpunkten:
- Prognose der Fähigkeiten und Qualifikationen der benötigten Arbeitskräfte während der Umsetzung des Projekts;
- Ausbau und Ausrichtung der Ausbildungs- und Qualifikationsinstrumente auf der Basis konkreter Daten zum Arbeitsmarkt.
Das Ergebnis des Programms war die Erstellung einer speziellen Software, die bestimmte Daten (je nach den technischen Merkmalen der einzelnen Projekte) benutzt, um eine sehr genaue Prognose der benötigten Fachkenntnisse, die für den Erfolg des Projekts notwendig sind, zu erstellen. Diese Software kann auch von nationalen und regionalen Planern von Berufsausbildungsprogrammen eingesetzt werden.
Es wurde ein Bildungsprojekt zur Bewertung, Planung und Gestaltung von Ausbildungsmaßnahmen geplant, das an den Erfordernissen der Beschäftigung in großen Projekten ausgerichtet war. Im Rahmen des Projekts wurden die Fachkompetenzen und das benötigte Personal definiert, mit dem Ziel der Umsetzung des Prognosesystems.
Anschließend wurde ein Pilotprogramm zur Ausbildung regionaler und lokaler Projektplaner durchgeführt, das Fragen der Bewertung und Definition des Ausbildungsbedarfs der Arbeitskräfte, die in großen Projekten beschäftigt werden sollen, zum Inhalt hatte.
An dieser Ausbildung haben 16 Personen teilgenommen. Sie wurden in der Anwendung der Software und in Methoden zur Bewertung und Definition der in den Projekten benötigten Qualifikationen geschult.
Zur Zeit wird ein weiteres Pilotprogramm zur Einführung der "Beschäftigungskarte" durchgeführt. Letztere ist ein wesentliches Instrument zur Zusammenführung von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt.
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