1993 wurde die Mehrzahl der bestehenden Institute für Berufsberatung in die "regionalen Dienstleistungszentren", auch "Beratungsbüros für Bildung und Beruf" (Adviesbureaus voor Opleiding en Beroep - AOB) genannt, integriert.
An diesem Zusammenschluß waren beteiligt: a) Vereinigungen von Berufsberatungsstellen, die ursprünglich auf gemeinsamen religiösen oder ideologischen Überzeugungen basierten ("Säulenprinzip", vgl. Kapitel II, 2.1); b) regionale Organisationen für die Betreuung Auszubildender und c) regionale Organe für die Zusammenarbeit zwischen Bildung und Arbeitsmarkt (sogenannte COAs).
Die RDCs verstehen sich als besondere Organisationen, die hinzugezogen werden, wenn Bildungseinrichtungen (jeglicher Art) oder Arbeitsämter nicht in der Lage sind, Schülern, Studenten und Arbeitsuchenden im Rahmen ihres eigenen Wirkungsbereiches die erforderliche Betreuung angedeihen zu lassen. Schulen und Universitäten betreiben in der Regel ihre eigenen Beratungs- und Betreuungseinrichtungen, in denen ihre Lehrer ("Mentoren") und spezialisierte Fachleute ("Decanen") zum Einsatz kommen. Die Arbeitsämter verfahren in gleicher Weise und stützen sich dabei auf die Mitarbeit ihrer Berufsberater. Gelegentlich ziehen sie auch spezielle Laufbahnberater hinzu.
Die regionalen Dienstleistungszentren werden von Vorständen geleitet, in denen die Arbeitgeberverbände, die Gewerkschaftsverbände und das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft vertreten sind.
Zur Unterstützung der RDCs wurde ein nationales Dienstleistungszentrum eingerichtet (Landelijk Diensten Centrum - LDC). Dieses Institut befaßt sich mit der Erarbeitung von Informationsbroschüren, in denen bestimmte Berufe und die für diese Berufe notwendigen Bildungswege beschrieben werden. Daneben werden computergestützte Informationsprogramme sowie Methoden der Berufsberatung und Anleitung entwickelt. Das nationale Dienstleistungszentrum wird zu gleichen Teilen von der Staatlichen Arbeitsverwaltung und dem Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft finanziert.
Seit 1993 unterstützt das LDC als "Nationales Zentrum für Beratungsressourcen" das europäische Netzwerk im Bereich von Know-how und Informationen zu Berufsberatung, Anleitung und Karriereplanung. 1999 wurden in Kooperation mit der Arbvo die sogenannten "RIA-Projekte" in zehn Regionen auf experimenteller Basis gestartet. RIA steht für "Erneuerung der Informations- und Beratungsfunktionen" und zielt darauf, die öffentlichen Beschäftigungsagenturen mit (Software-)Werkzeugen auszustatten, die es Klienten der Arbvo ermöglichen, sich selbst die benötigten Informationen zu beschaffen. Auf dem Internet steht allen Arbeitsuchenden eine Spezialausgabe des RIA zur Verfügung. Damit kann der Arbeitsuchende eine Anzahl verbundener Software-Programme erreichen, die (passende) freie Stellen, (Abgabe von) Bewerbungen, Ausbildungsmöglichkeiten usw. umfassen.
Die regionalen Dienstleistungszentren organisieren ihre Arbeit auf der Grundlage von Verträgen mit Schulen, Arbeitsämtern und in einigen Fällen auch mit den Organisationen für die Verwaltung der Arbeitslosenunterstützung und Erwerbsunfähigkeitsleistungen. Auch Einzelpersonen können Informationen, Beratung und Betreuung direkt von den RDCs erhalten. In diesen Fällen wird gewöhnlich eine Gebühr für spezielle psycho-diagnostische Leistungen erhoben.
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