tsplätze für gering qualifizierte Personen wird vermutlich bis 1998 jährlich um 24 000 abnehmen. Andererseits werden aber pro Jahr ungefähr 70 000 Arbeitsplätze für un- und angelernte Arbeitnehmer frei werden, weil Arbeitnehmer durch Frühverrentung, Verrentung und Arbeitsunfähigkeit vermehrt aus dem Arbeitsleben ausscheiden werden. Durch diese Dynamik des Arbeitsmarktes erhalten auch Langzeitarbeitslose, die oft keine oder nur eine minimale Ausbildung haben, eine Chance auf einen Arbeitsplatz. Voraussetzung ist aber, daß sie aktiv und gezielt nach Arbeit suchen. Dies ist das Hauptergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie.
Von den 100 000 Menschen, die länge
r als drei Jahre arbeitslos sind, finden pro Jahr etwa 30 000 eine neue Stelle. Arbeitslose, die eine Arbeit in einem Stellenpool gefunden haben oder in einen Arbeitserfahrungsplatz vermittelt wurden, sind in dieser Zahl mitberücksichtigt. Sogar während der Rezession in den beiden zurückliegenden Jahren scheinen sich die Chancen, eine Stelle zu finden, für Langzeitarbeitslose nicht verringert zu haben, wie die Vermittlungsquoten für Langzeitarbeitslose in diesem Zeitraum zeigen.
Um einen Arbeitsplatz zu finden, is
t es wichtig, daß Arbeitslose, die sehr lange ohne Arbeit sind, selbst aktiv auf die Suche gehen. Eigeninitiative und gezieltes Suchen erhöhen erheblich die Chance, einen Arbeitsplatz zu finden. Zwei Drittel der Arbeitslosen, die länger als drei Jahre ohne Arbeit sind, haben die Arbeitssuche allerdings aufgegeben und sich mit ihrer Arbeitslosigkeit offensichtlich abgefunden.
Die Untersuchung folgert, daß das P
roblem der Aufgabe der Arbeitssuche und die daraus folgende passive Haltung der Arbeitslosen sich in Zukunft verschärfen dürften. Fast 40 % der Sozialhilfeempfänger, die zur Arbeitssuche verpflichtet sind, suchen tatsächlich nicht mehr aktiv nach Arbeit. Die häufigsten Gründe, die dafür genannt werden, sind: Krankheit, bereits einer Beschäftigung nachgehen oder in Ausbildung sein. Eine lange Dauer der Arbeitslosigkeit bringt eine sich immer mehr verstärkende Passivität der Arbeitslosen mit sich. Resultat ist, daß selbst bei einer wachsenden Wirtschaft immer mehr offene Stellen nicht besetzt werden und dadurch Arbeitsplätze gänzlich verschwinden können. Daher fordert die Studie, daß die Arbeitsmarktpolitik sich mehr als jetzt auf die Aktivierung von Arbeitslosen richten sollte.
6.2.1.2. Die Arbeitsumverteilung fördert eine bessere Anpassung von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt
Eine weitere Untersuchung zeigt, daß die Arbeitsumverteilung zu mehr Beschäftigung von un- und angelernten Arbeitnehmern führt, weil durch sie die Abstimmung zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt verbessert wird. Die Einführung einer Arbeitsumverteilung wird aber durch die ökonomische Situation beeinflußt. Arbeitgeber führen die Arbeitsumverteilung vor allem aus organisatorischen und finanziellen Gründen ein: so z. B. bei Schwierigkeiten bei der Besetzung von offenen Stellen, um eine Senkung der Lohnkosten zu erreichen, oder zur Erhöhung der Produktivität der Arbeit.
Un- und angelernte Arbeitnehmer sind überproportional oft arbeitslos. Eine der Möglichkeiten, die Beschäftigungschancen für diese Gruppe zu erhöhen, ist die Schaffung von Arbeitsplätzen durch Arbeitsumverteilung: Durch eine Umgruppierung der Arbeitsaufgaben können zusätzliche Arbeitsplätze relativ guter Qualität für un- und angelernte Arbeitnehmer entstehen.
Zusätzliche Gründe zur Einführung einer Arbeitsumverteilung sind eine zu hohe Arbeitsbelastung, eine zu geringe Qualität von Dienstleistungen und eine zu geringe Flexibilität. Auch soziale Gründen können eine Rolle spielen, z. B. die Einführung von Teilzeitarbeit oder die Implementierung von Beschäftigungsmaßnahmen.
Die Arbeitsumverteilung sollte gerade jetzt verstärkt vorangetrieben werden, da die Unternehmen im
derzeitigen Wirtschaftsaufschwung neues Personal ben"tigen. Die Untersuchung zeigt, daá durch Arbeitsumverteilung Arbeitspl,tze für jene Berufe geschaffen werden, deren Geh,lter zwischen dem Mindestlohn und dem niedrigsten Lohntarif liegen.
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