Am 1.4.1994 ging aufgrund des 1993 verabschiedeten Gesetzes über Gewerkschaftsreform und Arbeitsrecht die Zuständigkeit für den englischen Berufsberatungsdienst von den lokalen Schulbehörden auf den Minister für Arbeit über.
Das im Mai 1994 veröffentlichte Weißbuch ,Wettbewerbsfähigkeit: Hilfe zum Sieg Großbritanniens" sieht vor, daß alle Jugendlichen zwischen 11 und 18 Jahren Anrecht auf Berufskundeunterricht und Berufsberatung haben, wobei das Schwergewicht auf Jugendliche der Altersgruppen 13, 15 und 17 Jahre gelegt wird. Auch kündigt das Dokument einen weiteren bedeutenden Anstieg der für Berufskundeunterricht und Berufsberatung bestimmten Mittel an. In den drei Jahren von 1995/96 bis 1997/98 werden weitere 87 Mio. £ zur Verfügung gestellt. Dieser Betrag stockt die zusätzlichen Mittel auf, die im letzten Haushaltsplan (im November 1993) speziell für die Berufsberatung der 13- und 14jährigen angekündigt wurden. Für 1994/95 stehen 34,5 Mio. £ zur Verfügung, und auch für die kommenden Jahre sind ähnliche Beträge vorgesehen. Im Jahr 1994 wurden für den Berufsberatungsdienst etwa 140 Mio. £ ausgegeben. In den kommenden drei Jahren wird der hierfür aufzuwendende Betrag bis auf 230 Mio. £ im Haushaltsjahr 1997/98 steigen.
Die Reformen im Berufsberatungsdienst zielen darauf, eine effizientere und effektivere Berufsberatung sicherzustellen und dabei weitere Interessen zu berücksichtigen. Es ist beabsichtigt, die Berufsberatung fest auf eine detaillierte Kenntnis des Arbeitsmarktes und auf Fortschritte im Erziehungswesen zu gründen. Dies hat zur Entwicklung eines ,neuen Management-Rahmenplanes" geführt, der dem Berufsberatungsdienst größere Freiheit bei der Verwaltung seiner Mittel einräumt, rascher auf Änderungen im lokalen Erziehungs- und Ausbildungsmilieu reagiert, sich effektiver auf die Bedürfnisse der örtlichen Gemeinschaft einstellt und Schlüsselpartner in der örtlichen Gemeinschaft (insbesondere die Arbeitgeber) direkter in die Verwaltung des Berufsberatungsdienstes einbezieht.
Diese Neuordnung des Berufsberatungsdienstes wird durch umfassende Qualitätssicherungsmaßnahmen gestützt, zu denen die Erstellung von Standards und Leistungsindikatoren gehören, die auf der besten gegenwärtigen Praxis aufbauen und diese fortentwickeln. Wie bereits seit einiger Zeit geschehen, werden auch in Zukunft Organisationen sowohl des Staats- als auch des Privatsektors aufgefordert, Angebote für die Erteilung von Berufsberatung abzugeben. Angestrebt wird, daß bis April 1996 der Minister für Arbeit mit allen berufsberatenden Organisationen Verträge abschließt, die zusammen ganz England abdecken.
Dieses Ausschreibungsverfahren eröffnet die Möglichkeit für Innovationen, die sowohl aus dem Staats- als auch aus dem Privatsektor das Beste übernehmen. Das Vertragsverhältnis macht transparenter, welche Leistung für das aufgewandte Geld erbracht wird. Es sollen strenge Qualitätsstandards durchgesetzt werden, und die Finanzierung der Träger wird zu 15 % davon abhängig gemacht, ob die Ziele einer vereinbarten Anzahl von Aktionsplänen für die Klientengruppe erreicht werden.
Bisher ist es für den Berufsberatungsdienst zu zwei Vertragsvergaberunden gekommen. Die erste erbrachte 13 sogenannte ,Pfadfinderorganisationen", unabhängige Berufsberatungsunternehmen, die damit beauftragt wurden, drei Jahre lang den Berufsberatungsdienst in Gebieten zu versehen, die sich über ganz England verteilen. Sie werden einer jährlichen Kontrolle unterworfen. Eine Ausschreibung für weitere 43 Gebiete wurde im letzten Mai veranstaltet. Bis Anfang Oktober wurden Angebote für ab April 1995 laufende Fünfjahresverträge eingeholt; über das Ergebnis der Ausschreibung wird im Frühjahr 1995 berichtet.
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