Evaluationsbericht: Berufsbildungs- und Beschäftigungshilfen*
Evaluationsbericht: Berufsbildungs- und Beschäftigungshilfen*
Der Bericht evaluiert die Berufsbildungs- und Beschäftigungshilfeprogramme, die von den Irischen Ämtern für Gewerbeförderung (IDA), von Shannon Development und Udaras na Gaeltachta von 1989 bis 1993 durchgeführt wurden. Die Programme wurden vom Europäischen Sozialfonds mitfinanziert.
Die Programmziele unterscheiden sich geringfügig von Träger zu Träger, lassen sich aber allgemein wie folgt beschreiben. Berufsbildungshilfen zielen auf den Qualifikationsbedarf der bei inländischen Firmen neu eingestellten Mitarbeiter sowie auf den, der durch die Ansiedlung neuer ausländischer Investoren in Irland entsteht. Die Träger gewähren finanzielle Beihilfen, um die Firmen in die Lage zu versetzen, anerkannte Berufsbildungskurse für ihre Mitarbeiter durchzuführen. Beschäftigungshilfen werden für neubegonnene Projekte bzw. für die Ausweitung bestehender Projekte gewährt. Das Ziel besteht jeweils darin, die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern, die Lücke bei der Anschubfinanzierung für Kleinunternehmen zu schließen und Liquiditätsprobleme in den frühen Phasen der Produktentwicklung zu lindern.
1.4.1.1. Ziele
Das Ziel der Evaluation bestand darin, die Effizienz der Berufsbildungs- und Beschäftigungshilfen hinsichtlich der Verwirklichung der Programmziele zu untersuchen. Im einzelnen diente die Evaluation folgenden Aufgaben:
- Prüfung der für die Berufsbildungs- und Beschäftigungshilfe bestehenden Verwaltungs- und Ausführungssysteme;
- Erforschung des Entscheidungsprozesses im Zusammenhang mit Hilfen zur Förderung von Berufsbildung und Beschäftigung;
- Untersuchung der Kosten- und Tätigkeitstendenzen im Rahmen der Programme der Jahre 1989 bis 1993;
- Abschätzung der Wirkung von Berufsbildungs- und Beschäftigungshilfen auf die geförderten Firmen;
- Formulierung von Empfehlungen zur Steigerung der Effizienz
von Berufsbildungs- und Besch,ftigungshilfen.
Der methodische Ansatz war wie folgt:
1. Durchsicht aller einschlägigen Rechtsbestimmungen, Berichte und Forschungsarbeiten sowie Prüfung aller in dem zuständigen Ministerium gespeicherten sachdienlichen Informationen;
2. Prüfung der von den Programmträgern zur Verfügung gestellten Angaben über die geförderten Firmen;
3. Besprechungen mit den Programmträgern auf nationaler und regionaler Ebene;
4. eine 50 Firmen umfassende Erhebung unter den Empfängern der Hilfen.
1.4.1.2. Schlußfolgerungen und Empfehlungen
Zu den im Laufe der Evaluation angesprochenen Themen gehörten der zielgerichtete Einsatz und die Bündelung der Hilfen, der Anteil an Zuschüssen für mittlere und große ausländische Firmen und mögliche Mitnahmeeffekte der Zuschüsse, der Grad der Bewußtheit über die Ziele, die Qualität der durch Ausbildungshilfen finanzierten Maßnahmen, die Rolle des FAS (Nationales Amt für Berufsbildung) bei der Validierung der durchgeführten Berufsbildungsmaßnahmen sowie die Verfahren zur Kontrolle der Wirkungen beider Formen der Hilfe.
Auf der Plusseite deuten die Ergebnisse der Evaluation darauf hin, daß ohne die Berufsbildungs- und Beschäftigungshilfen die Überlebens- und die Wachstumsrate irischer Firmen ungünstiger und die Zahl der Ausbildungsverhältnisse geringer gewesen sein dürften. Wie sich zeigte, waren Beschäftigungshilfen in vielen Fällen ein wirksames Werkzeug zur Förderung von Firmen, insbesondere von Kleinunternehmen in einer Anlaufsituation. Gleichermaßen waren Berufsbildungshilfen für manche Firmen von enormem Nutzen, führten sie doch zu einer Hebung des Qualifikationsniveaus und einer entsprechenden Steigerung der Produktivität sowie zur Entstehung einer Berufsbildungsdisziplin und -kultur, die sich ohne sie nicht durchgesetzt hätten. Insgesamt gelangte die Evaluation jedoch zu dem Schluß, daß sowohl Beschäftigungs- als auch Berufsbildungshilfen als Instrumente der Wirtschaftspolitik daran leiden, daß sie nicht ausreichend zielgerichtet sind. Die Befunde der Evaluation zeigten viele Bereiche auf, in denen Verbesserungen vorgenommen werden könnten, die zu höheren Überlebens- und Wachstumsraten unter den geförderten Firmen sowie zu verbesserten Berufsbildungsmustern und entsprechenden Produktivitätssteigerungen führen würden. Daher stellt sich die Aufgabe, beide Formen der Hilfe und die Einstellung der Träger zu ihnen zu verändern. Es gilt, sie zu wirksamen Instrumenten zu machen, mit denen die ,weicheren", weniger greifbaren Bereiche wie Management und Qualifikationsförderung, die als so entscheidend wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit der irischen Wirtschaft gelten, entwickelt werden können. Der Bericht empfiehlt, zur Bewältigung dieser Aufgabe eine Reihe von Schritten zu unternehmen. Einige der wichtigsten Empfehlungen sind im folgenden angeführt.
1.4.1.3. Empfehlungen
- Die Berufsbildungshilfen sind auf ein einziges Ziel neu auszurichten, nämlich auf die Vergrößerung der Zahl der Ausbildungsverhältnisse und die Steigerung der Qualität der irischen Berufsbildung. Anderen Wirkungen des Programms, wie etwa seine Funktion als Anreiz für ausländische Firmen, soll nur sekundäre Bedeutung eingeräumt werden.
- Die Gewährung von Berufsbildungshilfen an die einheimische Industrie, insbesondere an Kleinunternehmen, sollte bedeutend ausgeweitet werden.
- Der Betrag der Berufsbildungshilfen sollte unter Bezugnahme auf eine auf Sachkenntnis beruhende Schätzung sowohl der Art als auch der Kosten der von dem jeweiligen Unternehmen angeforderten Berufsbildung festgesetzt werden. Bei der Bemessung des Hilfebetrags sollte die Anzahl der geschaffenen Arbeitsplätze nicht als einziger Gesichtspunkt in die Überlegungen einfließen.
- Das Nationale Amt für Berufsbildung (FAS) sollte seine Verfahren sowohl im Hinblick auf die Beratung über durch Berufsbildungshilfen finanzierte Ausbildungsmöglichkeiten als auch hinsichtlich ihrer Validierung überprüfen. Es sollte bei der Vermehrung der Zahl der Ausbildungsverhältnisse und der Hebung der Qualität der Berufsbildung eine stärker vorausschauende und aktivere Rolle übernehmen.
- Wo immer dies möglich ist, sollte eine durch Berufsbildungshilfe finanzierte Maßnahme unabhängig davon, ob sie intern oder extern durchgeführt wird, mit der Erteilung entsprechender Zeugnisse abgeschlossen werden.
- Es sollten nur solche Berufsbildungsmaßnahmen finanziert werden, die von hierfür ausgebildeten Ausbildern durchgeführt werden.
- Neue Mechanismen für die Beurteilung der Wirkung von staatlichen und EU-Aufwendungen für immaterielle Investitionen, wie etwa solche in die ,weicheren" Bereiche der Berufsbildung und Qualifikationsförderung, sollten entwickelt werden.
- Es sollte ein Register der der Industrie gewährten staatlichen Hilfen und Förderungen eingerichtet werden. Auch sollte ein Informationsdienst geschaffen werden, der Anfragen zu den operativen Details aller staatlichen Hilfen beantwortet.
- Es sollte eine Datenbank errichtet werden, die den bei den genannten Institutionen tätigen Entscheidungsträgern über Hilfezuweisungen Auskunft über Art und Volumen aller staatlichen Hilfen für einzelne Firmen gibt.
- Die Gründe für die im Beschäftigungshilfeprogramm vorgesehene Ausweitung des Kreises der Anspruchsberechtigten auf Firmen aus der Kategorie der Mittel- und Großunternehmen sollten deutlicher dargelegt werden.
Dies sind nur einige der Vorschläge des Evaluationsberichts, um die Berufsbildungs- und Beschäftigungshilfen zu wirksameren Werkzeugen für die Befriedigung des Bedarfs der irischen Industrie zu machen. Die Befunde der Evaluation deuten darauf hin, daß nur durch die genannten Anpassungen die Wirkungsmöglichkeiten beider Formen der Hilfe voll realisierbar sind.
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