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Neue Instrumente und Dienstleistungen
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Neue Instrumente und Dienstleistungen


Die ANPE hat sich im zweiten Fortschrittsvertrag verpflichtet, "die Hilfe zur Arbeitsuche und Beschäftigungsfindung zu verbessern", was insbesondere durch Neugestaltung und Ausbau "ihrer individuellen bzw. kollektiven Hilfeleistungen zur beruflichen Wiedereingliederung" erreicht werden soll.

Obwohl 1997 nur 6 % der Arbeitsuchenden durch ANPE-Leistungen geholfen wurde, erwarten Arbeitsuchende viel von der ANPE. Daher war es dringend notwendig, 1998 eine Neugestaltung der Dienstleistungen einzuleiten, die eine Bereicherung des Leistungsangebotes gestatten wird.

Das Ziel dieser neuen Maßnahmen, den Bedürfnissen möglichst vieler Arbeitsuchender entgegenzukommen, soll mit folgenden Mitteln erreicht werden:

  • - Entwicklung von Instrumenten und Dienstleistungen, die auf die Erwartungen und Bedürfnisse der Arbeitsuchenden abgestimmt sind;
  • - Förderung interner Implementation und Anregung;
  • - Unterstützung der Selbsteinschätzung und Selbstbestimmung der Arbeitsuchenden;
  • - Sicherstellung eines schnellen Reagierens aufgrund der zur Verfügung gestellten Instrumente und fast ständig zugänglicher Workshops.

    Auf dieser Basis und entsprechend den für das Dienstleistungsangebot geltenden Prinzipien wurde landesweit eine neue Palette von Instrumenten und Dienstleistungen erstellt, die drei Reihen von Elementen umfaßt.

    1. Zur Verfügung gestellte Instrumente

    Ein wichtiger Teil der ANPE-Leistungen wird im frei zugänglichen Bereich erbracht. Organisation, Betreuung und Instrumentenausstattung dieses Bereiches sind bestimmend für den in Einheiten gemessenen Durchsatz.

    Die selbständigsten unter den Arbeitsuchenden müssen die von ihnen gesuchten Antworten unmittelbar im frei zugänglichen Bereich finden oder zumindest teilweise selbständig agieren.

    Zu den Fragen, die sich Arbeitsuchende stellen, gehören beispielsweise: Wie schreibt man einen guten Lebenslauf? Wie entscheide ich, auf welche Anzeigen ich antworten soll? Wie antwortet man auf eine Kleinanzeige? Wie verfaßt man ein Bewerbungsschreiben? Wie stelle ich meine Fertigkeiten und Qualitäten heraus? Wie informiere ich mich über Berufe und Firmen? Wie treffe ich unter den Firmen eine Auswahl? Wie nehme ich telefonisch Kontakt zu einer Firma auf? Wie führe ich mit Erfolg ein Vorstellungsgespräch? Wie begründe ich meine Bewerbung? Wie verhandle ich mit einem künftigen Arbeitgeber? Wie ziehe ich in einer Firma Erkundigungen ein? Wie überwindet man Hindernisse? Wie verfahre ich bei einer Initiativbewerbung? Wie setze ich meine Beziehungen ein? Wie suche ich Arbeit im europäischen Ausland? Wie finde ich einen Ausbildungsplatz? Wie erstelle ich ein Berufsprojekt? Fragen dieser Art müssen eine sofortige Antwort finden, und zwar mit Hilfe

  • - der Instrumente (Minitel [französisches Btx], Software zur Abfassung von Lebensläufen, Fotokopierer, Telefon, Aushang der Stellen- und Ausbildungsplatzangebote);
  • - der Dokumentation zur Selbstbedienung, die angereichert wird durch:
  • - "Informationsblätter" zum Arbeitsmarkt;
  • - "Anleitungsblätter" zum Umgang mit den einzelnen Instrumenten und Informationsquellen (Kompass, ROME, Angebote, Telefon usw.);
  • - "Handlungsanleitungen" zur Vermittlung von Grundkenntnissen, die vom Betreuer des frei zugänglichen Bereiches zum Gebrauch an Ort und Stelle oder außerhalb des Arbeitsamtes an zu selbständiger Arbeit fähige Arbeitsuchende ausgegeben werden.
  • - "Ergänzungsblätter", die vom Betreuer des frei zugänglichen Bereiches zum Gebrauch an Ort und Stelle ausgehändigt werden und die gewisse, bereits in den Handlungsanleitungen berührte Themen wie Vorstellungsgespräch, Lebenslauf, Begründungsschreiben, Initiativbewerbungen, Beziehungsnetze, Information durch die Presse oder Arbeitsuche im europäischen Ausland vertiefen.

    2. Drei Dienstleistungstypen im Rahmen der punktuellen Hilfe

    Um möglichst vielen ANPE-Klienten die von ihnen gewünschten Antworten geben zu können, ist die Organisation der punktuellen Hilfe von entscheidender Bedeutung. Die punktuelle Hilfe stellt vor allem eine Dienstleistungsebene dar, auf der Qualität, Quantität und Geschwindigkeit der Dienstleistung verknüpft werden müssen, und ist in den lokalen Arbeitsämtern durch fortschreitende Anwendung von Einzelgesprächen, Workshops und Evaluationen weiter auszubauen.

    a) Gespräche

    Diese Dienstleistung kann ad hoc oder im Rahmen des geplanten Dienstes erbracht werden. Gespräche sind insbesondere in den folgenden Situationen geeignet:

  • - Das erste fachliche Gespräch dient dazu, bei der Arbeitslosmeldung den Beschäftigungswunsch zu definieren, meist auch eine erste konkrete Handlung zu veranlassen und gegebenenfalls den Termin für ein zweites Gespräch zu vereinbaren.
  • - Das nachfassende Gespräch dient dazu, nach einer vom lokalen Arbeitsamt festgelegten Frist den Dialog mit dem Arbeitsuchenden wiederaufzunehmen.
  • - Das Kontaktanbahnungsgespräch soll sicherstellen, daß der Arbeitsuchende den mit dem Unternehmen vereinbarten Kriterien genügt; darüber hinaus soll es dem Arbeitsuchenden helfen, seine Bewerbung zum Erfolg zu bringen.

    b) Workshops

    Die als Blöcke angelegten, individualisierten Workshops (z. B. individualisierte Arbeitsuche-Workshops), die - nahezu permanent zugänglich - Hilfe durch Berater anbieten und deren Organisation und Programmgestaltung den lokalen Bedürfnissen angepaßt sind, stellen heute die sachdienlichste Antwort auf die Erwartungen der Arbeitsuchenden dar.

    Über die Techniken der Beschäftigungsuche hinaus findet der Arbeitsuchende dort die Hilfe, die er benötigt, um sich bei einem Arbeitgeber vorstellen zu können, aber auch die erforderliche Unterstützung, um den Zugang zur Beschäftigung zu klären und seine Arbeitsuche zum Erfolg zu führen, nämlich Workshops für folgende Aufgaben:

  • - Benennung der eigenen Stärken und Schwierigkeiten bei der Arbeitsuche;
  • - Hervorhebung der eigenen Fertigkeiten;
  • - Auswahl potentieller Arbeitgeber;
  • - Erstellung eines Lebenslaufes;
  • - Anfertigung einer Initiativbewerbung;
  • - Abfassung eines Antwortschreibens auf eine Kleinanzeige;
  • - Arbeitsuche durch Beziehungen;
  • - Vorbereitung auf ein Einstellungsgespräch;
  • - Suche nach einem Ausbildungsplatz zur Realisierung der eigenen Berufsplanung;
  • - Benennung der persönlichen Stärken im Hinblick auf die eigene Berufsplanung;
  • - Informationsrecherche zum besseren Kennenlernen eines Berufes;
  • - Überprüfung der Sachdienlichkeit der eigenen Berufsplanung;
  • - Erstellung eines Handlungsplanes zur Durchführung der eigenen Berufsplanung;
  • - Nutzung von Kleinanzeigen;
  • - Organisation der eigenen Arbeitsuche;
  • - Telefongespräche mit Firmen;
  • - Wahl des eigenen Erscheinungsbildes;
  • - Gewöhnung an Einstellungstests;
  • - Erfolg in der Probezeit;
  • - Existenz- bzw. Unternehmensgründung.

    Der Zugang zu den Workshops wird frei sein; die Teilnahme kann von einem Berater angeordnet werden oder auf Initiative des Arbeitsuchenden erfolgen. Personen, die aufgrund eigener Motivation teilnehmen, sollen bestmöglich unterstützt werden. Die Öffentlichkeitsarbeit des Arbeitsamtes, die Organisation der Anschlagtafeln und die Bezeichnung der eigentlichen Workshops sind wichtige Elemente in dem Bemühen, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern und größere Nähe herzustellen.

    Zwei Druckschriften sollen dem Arbeitsuchenden helfen:

  • - die Broschüre "Die neue Öffentlichkeitsarbeit des Arbeitsamtes" wird von der zuständigen ANPE-Regionaldirektion entsprechend dem Zeitplan für die Erneuerung der Arbeitsämter verteilt;
  • - der Kurzführer "Anschlagtafeln, Gebrauchsanleitung".

    c) Evaluationen

    Die Evaluation entwickelt sich im Rahmen der Dienstleistungen für Arbeitsuchende und Unternehmen.

    Was soll evaluiert werden, und mit welchem Ziel? Die Evaluation muß modifiziert werden, je nachdem, ob überprüft werden soll, ob der Arbeitsuchende den Anforderungen eines Stellenangebotes entspricht, oder ob zur Wahl der bei der Arbeitsuche verfolgten Ziele eine Übersicht der Fähigkeiten des Arbeitsuchenden anzufertigen ist, oder ob man zur Erstellung seines Beschäftigungszugangsprojektes sein Potential und seine Präferenzen ermitteln möchte.

    3. Betreuung ("Begleitung")

    Die Betreuung dient sowohl der Definition eines Beschäftigungszugangsprojektes als auch der Erfolgssicherung bei der Arbeitsuche und gegebenenfalls der nachgehenden Beobachtung am neuen Arbeitsplatz.

    Laut ANPE-Definition zeichnet sich die "Begleitung in Richtung Beschäftigung" durch folgende Merkmale aus:

  • - durch einen Referenten (einen festen Gesprächspartner), da ein solcher für die Durchführung der individuellen nachgehenden Beobachtung unverzichtbar ist;
  • - durch regelmäßigen Kontakt (mindestens zweimal monatlich) zwischen dem Gesprächspartner und dem Arbeitsuchenden;
  • - durch die freiwillige Mitarbeit des Arbeitsuchenden und die Formalisierung der gegenseitigen Pflichten von Berater und Arbeitsuchenden;
  • - durch eine (auf drei bis sechs Monate) befristete Dauer;
  • - durch gemeinsame Identifizierung des im Verlauf der Betreuungsperiode zu erreichenden Zieles.

    Einige lokale Arbeitsämter haben bereits mit der Realisierung von Betreuungsmaßnahmen begonnen, wozu sie entweder interne Lösungen wählen, auf einen Dienstleister zurückgreifen oder mit Partnern zusammenarbeiten. Sie werden durch drei Projektgruppen beobachtend begleitet, deren Schlußfolgerungen es erlauben werden, die für den Betreuungserfolg bestimmenden organisatorischen Punkte festzustellen, die Pflichtenhefte für die einem Dienstleister übertragenen Betreuungshandlungen zu validieren und die mit einem Partner zu vereinbarenden Schlüsselpunkte zu bestimmen.

    Im zweiten Halbjahr 1998 sollen neue, gegenwärtig in Erprobung befindliche Betreuungsdienstleistungen erbracht werden. Bis dahin können sich die Arbeitsämter der Palette bereits vorhandener Leistungen bedienen, die gewissen Merkmalen der Betreuung genügen. Dabei handelt es sich im einzelnen um folgende Leistungen:

    Für den Dienst "Erfolg bei der Arbeitsuche":

  • - Individuelle Betreuung bei der Arbeitsuche (Accompagnement Personnalisé pour l'Emploi - APE): Vorschlag einer individuellen Betreuung, die es dem Arbeitsuchenden erlaubt, die Arbeitsuche zu strukturieren und sich an einem Arbeitsplatz zu stabilisieren.
  • - Arbeitsuchezirkel: Sie sollen dem Teilnehmer ermöglichen, möglichst schnell einen Arbeitsplatz zu finden.
  • - Arbeitsucherclub: Sie sollen den freiwilligen Mitgliedern helfen, einen Plan für die intensive Erkundung von Unternehmen zwecks Sammlung von Stellenangeboten zu erstellen.

    Für den Dienst "Beschäftigungszugangsprojekt":

  • - Baustein zur vertieften Orientierung (Module d'Orientation Approfondie - MOA): Er soll seit langem vom Arbeitsmarkt ausgeschlossenen Personen Gelegenheit bieten, ein Resümee ihrer persönlichen und beruflichen Situation zu ziehen und damit eine Dynamik wiederherstellen, die die Definition eines Weges zur Wiedereingliederung erleichtert.

    Vom Hochschulabschluß zur Beschäftigung:

  • - Erstellung eines Berufsprojektes auf der Grundlage von Kompetenzen, die an der Hochschule und im persönlichen Umfeld erworbenen wurden. Validierung dieses Projektes durch Entsendung in ein Unternehmen.


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