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Rekrutierungsmethoden der Arbeitgeber
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Rekrutierungsmethoden der Arbeitgeber


Entsprechend den vielen verschiedenen Arten, mit denen sowohl Unternehmen nach Personal als auch Arbeitsuchende nach einer Erwerbstätigkeit suchen, gibt es eine ganze Reihe von Rekrutierungskanälen, die aus unterschiedlichen Teilmärkten bestehen, auf denen sich Arbeitgeber und Stellenbewerber treffen. Auf der Grundlage von mit Arbeitgebern geführten Telefoninterviews hat die Forschungseinheit der Arbeitsmarktverwaltung analysiert, welche Suchmethoden von den Arbeitgebern angewendet werden und welchen Umfang passive Rekrutierungen bei der Stellenbesetzung haben.

Bei der Suche nach Personal kann der Arbeitgeber zwischen formellen und informellen Kanälen wählen. Formelle Kanäle sind Stellenanzeigen in Zeitungen, das Arbeitsamt oder private Rekrutierungsfirmen. Um informelle Suchkanäle handelt es sich, wenn sich der Arbeitgeber an Mitarbeiter, Freunde und Bekannte wendet, auf frühere Bewerbungen zurückgreift oder vielleicht sogar direkten Kontakt mit Personen aufnimmt, die sich für die Stelle eignen. Bei einer passiven Rekrutierung ist demgegenüber kein Suchkanal eingesetzt worden, da der Bewerber hier selbst Kontakt mit dem Unternehmen aufgenommen hat. Eine auf Basis der Untersuchungsergebnisse eingeleitete Diskussion über die Arbeitsmethoden der Arbeitsämter hat dabei zu grundlegenden Fragen geführt: Lohnt es sich überhaupt, in größerem Umfang Firmen zu besuchen, und wenn ja, auf welche Weise sollen die Arbeitsämter dafür Möglichkeiten erhalten? Aus der Untersuchung geht folgendes hervor:

  • - Die passiven Rekrutierungen machten ca. 25 % aller Einstellungen aus. Ein Viertel der Arbeitgeber hatte demnach noch nicht damit begonnen, nach Personal zu suchen, als die Stellenbewerber Kontakt mit ihnen aufnahmen. Die meisten von ihnen hatten jedoch bereits erwogen, jemanden einzustellen, selbst wenn sich der Stellenbewerber nicht an das Unternehmen gewandt hätte. Der Anteil der Arbeitsplätze, die dadurch entstanden, daß ein Arbeitsuchender Kontakt aufnahm, betrug ca. 5 %.
  • - Der Anteil der Arbeitgeber, die ausschließlich über informelle Suchkanäle Personal rekrutiert hatten, betrug 29 %. Ein sehr großer Teil des Personals hatte bereits früher in der jeweilgen Firma gearbeitet. Ohne Berücksichtigung der Wiederanstellungen erfolgten 10 % der Rekrutierungen über informelle Suchkanäle.
  • - Der Anteil der Rekrutierungen, die ausschließlich durch formelle Suchkanäle zustande kamen, betrug 34 %. Für Arbeitgeber, die auf formellem Wege rekrutierten, waren die Arbeitsämter der meistgenutzte Suchkanal.
  • - Es besteht ein starker Zusammenhang zwischen Vakanzperiode und Rekrutierungsmethode. So kommt es zu Stellenbesetzungen am schnellsten durch die informellen Kanäle, gefolgt von passiven Rekrutierungen, während solche über formelle Kanäle am längsten dauern.
  • - Direktkontakt mit dem Arbeitgeber stellt für Arbeitsuchende eine gebräuchliche Methode dar, um Informationen über eine Stelle zu erhalten. Selbst in Fällen, in denen der Arbeitgeber ausschließlich formelle Kanäle benutzte, gelangte ein gutes Viertel des Personals durch Direktkontakt mit dem Arbeitgeber an erste Auskünfte über eine Stelle.
  • - Die Rekrutierungsmethode eines Unternehmens ist stark von den Kontakten der Arbeitnehmer abhängig, die diese zum Unternehmen haben. Kennt ein Arbeitnehmer jemanden oder war er früher in der Firma beschäftigt, so nimmt die Wahrscheinlichkeit wesentlich zu, daß der Arbeitgeber auf informellem Wege rekrutiert.
  • - Die Art und Weise, wie der Arbeitgeber rekrutiert, kann auch mit der Größe des Unternehmens, der Branchenzugehörigkeit sowie mit der Ausbildung des Arbeitnehmers zusammenhängen. Für die Arbeitsuchenden existiert wiederum ein Zusammenhang zwischen der Dauer der Arbeitslosigkeit und der Art und Weise, wie sie zum ersten Mal Information über eine Stelle erhalten.

    Das Ausmaß passiver Rekrutierungen und die Bedeutung der informellen Suchmethoden sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitsuchende verweisen darauf, daß es zum einen möglich ist, die Rekrutierungsprozesse in den Unternehmen zu beschleunigen, und daß zum anderen das Kontaktnetz auf dem Arbeitsmarkt große Bedeutung für die Chance hat, eine Stelle zu bekommen. Auch legt es die Vermutung nahe, daß die Zahl der Stellen wesentlich höher ist, als aus Stellenanzeigen und dem Angebot der Arbeitsämter hervorgeht. Aus diesem Grunde ist es wichtig, daß die Arbeitsämter Zeit für Firmenkontakte einplanen.

    Intensivere Firmenkontakte können darüber hinaus eine Form von Suchdienstleistung darstellen, da sie die Möglichkeit erhöhen, freie Stellen zu erfassen und Rekrutierungen zu beschleunigen. Kontakte mit Unternehmen können für Arbeitsuchende, die nicht über so gute Verbindungen auf dem Arbeitsmarkt verfügen, auch die Chancen auf den Erhalt eines Arbeitsplatzes verbessern. Auch wenn der Spielraum für verstärkte Firmenkontakte gegenwärtig begrenzt sein mag, sollte zumindest diskutiert werden, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Eine solche Diskussion müßte dann auf Basis der vom Arbeitsamtbeamten gegenwärtig zu bewältigenden Aufgaben geführt werden sowie auf der Grundlage der an die Arbeitsämter gestellten Anforderungen und der Richtlinien, die aus der Ausrichtung der Arbeitsmarktpolitik folgen.

    Ausmaß unterschiedlicher Rekrutierungsmethoden.


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