Bei der Entscheidung über Arbeitsmarktprogramme sind nicht nur Bewertungen der Arbeitsmarktpolitik, sondern auch umweltpolitische Überlegungen zu berücksichtigen. Dabei erheben sich im Rahmen der regulären Praxis immer wieder die beiden Fragen, ob ein Erreichen der umweltpolitischen Ziele durch das jeweilige Programm unterstützt wird und ob das Programm mit diesen Zielen vereinbar ist.
Dies stellt jedoch nur einen Punkt einer der Regierung vom staatlichen Arbeitsmarktausschuß (Arbetsmarknadsstyrelsen - AMS) vorgelegten Strategie dar, mit der Arbeitsmarktpolitik zur Erhaltung der gesellschaftlichen Struktur beitragen soll. Nach Auffassung des AMS könnte die staatliche Arbeitsmarktbehörde (Arbetsmarknadsveket - AMV) in beträchtlichem Maße bei der umweltverträglichen Gestaltung der Gesellschaft mitwirken.
Zusammenarbeit mit anderen Behörden
Die Strategie des AMS sieht eine enge Zusammenarbeit zwischen der staatlichen Arbeitsmarktbehörde und anderen staatlichen Behörden mit umweltpolitischen Verpflichtungen vor, zu denen beispielsweise die Nationale Umweltschutzbehörde (National Environment Protection Agency), die Nationale Behörde für industrielle und technische Entwicklung (National Board of Industrial and Technical Development - NUTEK), Bezirksverwaltungsausschüsse sowie Umwelt- und Gesundheitsausschüsse der Gemeinden gehören.
In seinem an die Regierung ergangenen Bericht nennt der AMS als eines der Ziele, daß die Umweltaspekte der im Rahmen der Arbeitsmarktpolitik durchgeführten Aktivitäten in die entsprechenden Aspekte der Unternehmens- und Regionalpolitik einbezogen werden müssen.
Als ersten Schritt schlägt der AMS die Festlegung von Richtlinien für die Kreisarbeitsämter vor. Auch beabsichtigt er die Einsetzung einer zentralen Projektgruppe, die innerhalb der Arbeitsmarktbehörde mit der Unterstützung und Aufsicht von Fortschritten bei der Erhaltung einer umweltverträglichen Gesellschaft betraut werden soll.
Häufigste Umweltmaßnahmen des Beschäftigungsentwicklungsplanes
Derzeit werden umweltorientierte Maßnahmen hauptsächlich im Rahmen des Beschäftigungsentwicklungsplanes (Employment Development Scheme - ALU) durchgeführt. Antworten auf einen den Kreisarbeitsämtern vom AMS vorgelegten Fragebogen zeigen, daß der Umfang dieser Maßnahmen von Kreis zu Kreis erheblich variiert. Mehrere Kreise gehen jedoch davon aus, daß der Anteil ihrer Projekte mit umweltorientiertem Schwerpunkt auf 10 bis 30 % zu veranschlagen ist.
In einigen Kreisen werden umweltorientierte Maßnahmen auch in Form vorübergehender öffentlicher Beschäftigung in Bereichen wie Forstkultur sowie Natur- und Landschaftserhaltung durchgeführt. In Hinblick auf Beschäftigung und Umwelt können Projekte dieser Art häufig als sehr erfolgreich bewertet werden. Der ALU ist jedoch vergleichsweise teuer und von relativ begrenzter Reichweite.
In bestimmten Kreisen werden umweltorientierte Bildungsmaßnahmen auch im Zusammenhang mit einer Berufsausbildung durchgeführt, so z. B. bei Ausbildungsprogrammen für künftige Staatsbedienstete im Bereich der Umweltinformation sowie für Umweltkontrolleure und künftiges Personal in der Abfallverwertung.
Darüber hinaus umfassen mehrere Projekte im Rahmen des EU-Zieles 3 umweltorientierte Maßnahmen verschiedener Art.
Gute Aussichten auf verstärkte Bemühungen
Nach Ansicht nahezu aller Kreisarbeitsämter gibt es mehrere Bereiche, in denen die Bemühungen der Arbeitsmarktpolitik um eine umweltverträgliche Gesellschaft intensiviert werden können. Dazu zählen Forstkultur, Natur- und Gewässererhaltung, Pflege der Boden- und Gewässerbestände, Wiederverwertung, Ökokreislauf, Energierückgewinnung sowie alternative (ökologische) Landwirtschaft.
Wichtige Voraussetzungen
Der AMS betont jedoch, daß der Erfolg der vorgeschlagenen Maßnahmen von den folgenden wichtigen Voraussetzungen abhängt:
- den gegenwärtigen "volumenabhängigen Anforderungen" hinsichtlich der Anzahl der an den Programmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmenden Personen, mit denen in den Programmen Raum für Qualität und zukunftsorientierte Schwerpunkte geschaffen werden soll;
- einer Vereinfachung der für die politischen Programme vorgesehenen regulierenden Maßnahmen;
- einer Erweiterung des Raumes für lokale Initiativen durch flexiblere Zuteilung von Ressourcen.
Interne Umweltpolitik
Darüber hinaus hat der AMS der Regierung eine Umweltpolitik für die staatliche Arbeitsmarktbehörde unterbreitet. Als Bestandteil dieser internen Umweltpolitik soll das gesamte Personal der Arbeitsmarktbehörde innerhalb der nächsten drei Jahre eine Grundausbildung in Umweltstudien absolvieren. Außerdem soll auch die Beschaffung von Materialien, Waren und Dienstleistungen nach umweltpolitischen Überlegungen erfolgen.
Unter die Umweltpolitik fallen auch die für Anfahrt und Umzug von Arbeitsuchenden aufgewendeten Mittel, die einen bedeutenden Teil der Ausgaben der Arbeitsmarktbehörde ausmachen. So sollen Fahrten, die zwecks Bewerbung einer außerhalb ihres jetzigen Wohnortes nach Beschäftigung suchenden Person zu unternehmen sind, künftig verstärkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgen.
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