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Weitere Entwicklungen beim New Deal
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Weitere Entwicklungen beim New Deal


4.6.1.1. Statistische Angaben

Die Zahl der Neubeitritte zum New Deal für Jugendliche belief sich Ende Juli 1998 auf insgesamt 128.000. Addiert man die 22.800 Jugendlichen hinzu, die das Programm zu jenem Zeitpunkt bereits verlassen hatten, so befanden sich etwa 90% der aktiven Teilnehmer im New Deal-Zugang (Gateway), während die übrigen 10.300 eine der anderen Optionen des Programms wahrnahmen. Die im September bekanntgegebenen Zahlen zeigen, daß bisher mehr als 23.000 Jugendliche durch den New Deal Arbeitsplätze gefunden haben, von denen mehr als zwei Drittel nicht subventioniert sind. Weitere 8.940 Jugendliche verbessern derzeit ihre Vermittelbarkeit durch wertvolle Arbeitserfahrung und Berufsbildung im Rahmen anderer New Deal-Optionen.

Auf seiten der Träger haben mehr als 25.000 Arbeitgeber ihre Teilnahmebereitschaft erklärt; allein im August 1998 wurden 18.000 New Deal-Arbeitsplätze angeboten. Mehrere Großunternehmen, darunter John Lewis Partnership plc und Goldsmiths Group plc, werden in Kürze Arbeitgeberverträge abschließen.

4.6.1.2. New Deal-Optionen

Von den 16.070 Jugendlichen, die sich bisher für New Deal-Optionen entschieden haben, waren Ende August 1998 mehr als 7.130 auf subventionierten Arbeitsplätzen beschäftigt, nahezu 8.940 waren zu anderen Optionen übergewechselt (Einstellung im Freiwilligensektor, Umwelt-Einsatztruppe [Environment Task Force - ETF] oder vollzeitiges Lernen/Vollzeit-Berufsbildung).

Schlüssel zum Erfolg der im Rahmen des New Deal geschlossenen lokalen Partnerschaften sind die ETF und die Optionen im Freiwilligensektor, die den Teilnehmern wertvolle Gelegenheiten zur Verbesserung ihrer Vermittelbarkeit bieten und zugleich den Kommunen helfen. Im Juli traten etwa 1.000 Jugendliche der ETF bzw. dem Freiwilligensektor bei; vorläufige Angaben belegen, daß weitere 1.200 Beitritte im August 1998 erfolgten. Diese noch in Entwicklung begriffenen Partnerschaften hängen von unbehinderter Kommunikation und fortgesetztem Dialog mit der zuständigen Behörde ab. Als z.B. Freiwilligenorganisationen beklagten, daß sich die nachfrageorientierte Struktur des New Deal als problematisch erweist, erklärte sich das Ministerium für Bildung und Beschäftigung dazu bereit, zur Deckung der Startkosten einen Teil der für sie bestimmten Mittel im voraus zu gewähren. Ferner wurde vereinbart, daß unter bestimmten Umständen eine garantierte Mindestzahlung erfolgt, so daß Freiwilligenorganisationen im ersten Vertragsjahr monatliche Zahlungen erhalten können.

4.6.1.3. Ethnische Minderheiten

Unter den Minderheiten afrikanischer, karibischer oder asiatischer Herkunft ist die Gesamtarbeitslosenquote gegenwärtig doppelt so hoch wie unter den übrigen Erwerbspersonen; unter den 16- bis 24jährigen dieser Gruppen ist sie sogar dreimal so hoch wie in der entsprechenden sonstigen Erwerbsbevölkerung. Die zusätzlichen Hürden, denen sich viele Angehörige ethnischer Minderheiten gegenübersehen, geben sowohl in ethischer als auch in ökonomischer Hinsicht Anlaß zu Besorgnis. Als eine von mehreren Antworten auf das Problem wurde im September 1998 ein neuer Beirat eingerichtet, der Wege zur Verbesserung der Beschäftigungsaussichten für diese Zielgruppen aufzeigen soll. Das Forum für Beschäftigung und Bildung ethnischer Minderheiten (Race Employment and Education Forum - REEF) wird bei der Entscheidung darüber, welche Maßnahmen zur Verbesserung sowohl der Vermittelbarkeit als auch der Erwerbsquote ethnischer Minderheiten zu ergreifen sind, eine Schlüsselrolle spielen.

Auch das New Deal-Programm trägt dazu bei, dieses Ungleichgewicht zu verringern. Es liegen erste statistische Angaben über den Erfolg von New Deal-Teilnehmern aus ethnischen Minderheiten vor, die im Januar 1998 in den Erprobungsgebieten mit dem Programm begannen. Zwar darf angesichts des begrenzten Umfangs der Pilotprojekte nicht zuviel in diese Ergebnisse hineingelesen werden, doch ersten Angaben zufolge fanden Jugendliche aus ethnischen Minderheiten ebensohäufig einen unsubventionierten Arbeitsplatz wie andere Jugendliche. Für diejenigen, die sich für eine der New Deal-Optionen entscheiden, ist die Wahrscheinlichkeit, daß sie die Möglichkeiten des vollzeitigen Lernens/der Vollzeit-Berufsbildung oder des Freiwilligensektors wahrnehmen, etwas größer, während die Wahrscheinlichkeit einer Teilnahme im Rahmen subventionierter Beschäftigung oder der Umwelt-Einsatztruppe für sie etwas geringer ist als für andere. Von Arbeitgeberseite wurde im September 1998 eine Aktion angekündigt, mit der Arbeitgeber aus ethnischen Minderheiten verstärkt in die Bemühungen einbezogen werden sollen, die Arbeitslosigkeit abzubauen. Durch landesweite Werbekampagnen sollen ethnischen Minderheiten angehörende Unternehmer, insbesondere Inhaber von kleinen und mittleren Unternehmen, mit den vom New Deal-Programm gebotenen Leistungen vertraut gemacht sowie zur Einstellung von Arbeitsuchenden aus der eigenen bzw. aus anderen ethnischen Gruppen bewogen werden.

4.6.1.4. Neue Arbeitsvermittlung für Behinderte

In sechs über das gesamte Vereinigte Königreich verteilten Pilotgebieten ist im September 1998 ein neues Programm angelaufen, das behinderten Beziehern von Erwerbsunfähigkeitsgeld intensive Hilfe und spezielle Arbeitsberatung bieten soll. Der Persönliche Beraterdienst, der den Zugang sowohl zur Berufsbildung als auch zu Mitteln erleichtern soll, mit denen Arbeitsplätze an die besonderen Bedürfnisse von Behinderten angepaßt werden können, wurde von den Ministern für Bildung und Beschäftigung sowie für soziale Sicherheit gestartet.

Die von der Arbeitsverwaltung durchgeführten ersten sechs Programme sind mit 5 Mio. GBP ausgestattet. Weitere sechs Pilotprogramme, für die eine öffentliche Ausschreibung vorgesehen ist, sollen Anfang 1999 beginnen. Wenn alle zwölf Programme angelaufen sind, werden voraussichtlich mehr als 250.000 Bezieher von Erwerbsunfähigkeitsgeld daran teilnehmen. Die Regierung beabsichtigt, anhand dieser etwa zwei Jahre dauernden Pilotprogramme die günstigsten Vorgehensweisen zu ermitteln, bevor sie endgültige Beschlüsse über einen New Deal für den Persönlichen Beraterdienst für behinderte Personen trifft, der im Jahre 2000 landesweit eingeführt werden soll.

4.6.1.5. Angehen der Qualifikationslücke

Jüngste Zahlen belegen, daß 69% der britischen Arbeitgeber der Meinung sind, daß vom durchschnittlichen Arbeitnehmer immer mehr Fertigkeiten gefordert werden, und 15% der Unternehmen in der verarbeitenden Industrie gehen davon aus, daß ihr Ertrag durch einen Mangel an qualifizierter Arbeitskraft eingeschränkt wird (gegenüber nur 11% vor einem Jahr). Der Mitte September 1998 veröffentlichte erste Bericht der Nationalen Einsatztruppe für Qualifizierung (National Skills Task Force) forderte eine bessere Koordination, Einstellhilfen für kleine und mittlere Unternehmen, Mobilitätshilfen sowie eine nationale Strategie zur Behebung von Qualifikationsmängeln in Bereichen wie etwa der Informationstechnologie.

Zu den Maßnahmen, mit denen diese Qualifikationslücke angegangen wird, gehören Bemühungen um die Schaffung eines glaubwürdigen und angesehenen Ausbildungssystems, die Einrichtung regionaler Entwicklungsbehörden zur Verbesserung der wirtschaftlichen Prosperität der einzelnen Regionen und zur Förderung lokaler Qualifikationsprogramme in ganz Großbritannien sowie die kürzlich erfolgte Gründung des Forums für regionale Qualifikationen und lebenslanges Lernen (Regional Skills and Lifelong Learning Forum), das durch lokale Partnerschaften das Interesse an einer regionalen Strategie zur Qualifikationsanhebung und an neuen Lerntechniken sowie die Diskussion über diese Themen stimulieren soll. Die regionalen Entwicklungsbehörden werden Sondermittel zur Verbesserung der beruflichen Fertigkeiten der britischen Erwerbsbevölkerung im Hinblick auf das kommende Jahrtausend erhalten, wozu auch ein mit 5 Mio. GBP ausgestatteter neuer Eilmaßnahmenfonds für die Umschulung der von Massenentlassungen Betroffenen gehört.

An den gewerkschaftliche Projekte unterstützenden Bildungsfonds der Gewerkschaften (Union Learning Fund) ergingen bislang 45 erfolgreiche Anträge, durch die das Lernen und die Qualifikationsentwicklung am Arbeitsplatz gefördert werden sollen. 21 Gewerkschaften werden Mittel für diverse Projekte erhalten, unter anderem für: die Vermittlung transferierbarer Fertigkeiten; einen mit bezahlter Freizeit verbundenen Kurs für die Vermittlung von Techniken zur Lebensbewältigung; ein virtuelles Lernzentrum für mobile Arbeitnehmer; einen staatlich zugelassenen Arbeitsplatz-Lernpfad, durch den Pflegepersonal dazu befähigt werden soll, formale Qualifikationen zu erwerben; sowie für ein Projekt zur Stärkung der Fähigkeit der Gewerkschaften, sich an der University for Industry zu beteiligen. Die Gewerkschaften gelten als gut geeignet, das Lernverhalten am Arbeitsplatz zu beeinflussen. In den kommenden drei Jahren sollen dem Fonds weitere 6Mio. GBP zur Verfügung gestellt werden.


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