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Seminar zur Unterbeschäftigung
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Seminar zur Unterbeschäftigung


Vom 27. bis 30. September 1998 fand auf den Azoren ein vom Observatorium für Beschäftigung und Berufsbildung der Azoren und vom Internationalen Netz für Sozialstatistiker der Länder mit Portugiesisch als Amtssprache (RIESLOP) gemeinsam organisiertes Seminar zur Unterbeschäftigung statt.

Da das Seminar der Vorbereitung der im Oktober 1998 in Genf stattgefundenen "16. Internationalen Konferenz der Arbeitsstatistiker (CIET)" diente, nahm auch das BIT daran teil.

Folgende Themen wurden behandelt:

  • - Stand der Unterbeschäftigung allgemein;
  • - Unterbeschäftigung in Portugal;
  • - Unterbeschäftigung in den afrikanischen Ländern mit Portugiesisch als Amtssprache (PALOP) und in Macau;
  • - Empfehlungsvorlage für die 16. CIET-Diskussion und Analyse;
  • - Einsatz des neuen Begriffs der Unterbeschäftigung bei Umfragen unter Arbeitsnehmern.

    Die Teilnehmer kamen zu den folgenden Ergebnissen, die auch die unterschiedlichen sozioökonomischen Gegebenheiten der Teilnehmerstaaten berücksichtigen:

  • - Unterbeschäftigung kann in den entwickelteren Ländern ein Anzeichen dafür sein, daß das Arbeitskräftepotential nicht ausgeschöpft wird oder daß die Qualität der Beschäftigung unzureichend ist; in einigen Schwellenländern kann sie aber auch ein Weg sein, um den Menschen eine Überlebenschance zu bieten.
  • - Über das Ausmaß der Unterbeschäftigung muß Kenntnis bestehen; die Erhebung sollte durch Umfragen und Nutzung vorhandener statistischer Quellen erfolgen.
  • - Im BIT-Beschluß für die 16. CIET wird der gegenwärtig verwendete Begriff der Unterbeschäftigung genauer gefaßt, wobei allerdings geprüft werden muß, inwieweit er sich in Ländern mit geringer entwickelten Statistiksystemen anwenden läßt.
  • - In jedem Land muß der Stand der Unterbeschäftigung unter Berücksichtigung der internationalen Vergleichbarkeit bewertet werden.
  • - Grundlage für die Datensammlung sind die unter Familien durchgeführten Interviews zu deren Beschäftigung; es können jedoch ergänzende Umfragen erfolgen.
  • - Für eine Einschätzung des Arbeitsmarktes ist es unbedingt erforderlich, Informationen über die nicht der Qualifikation des Arbeitnehmers entsprechenden Beschäftigungsverhältnisse zu gewinnen, da diese Zahl umfassender ist als die der Unterbeschäftigung.
  • - Es muß ein Informationssystem entwickelt werden, mit dem die Unterbeschäftigung unter verschiedenen Aspekten und nach Tätigkeitsbereichen untersucht werden kann.
  • - Die Frage der internationalen Vergleichbarkeit muß vorsichtig und unter Berücksichtigung der Gegebenheiten eines jeden Landes angegangen werden.
  • - Die Karteien der Arbeitsämter müssen so geändert werden, daß zu erkennen ist, welche Arbeitsuchenden unterbeschäftigt sind.
  • - In den Arbeitsmarktstatistiken müssen neben den üblichen Indikatoren (Beschäftigungs- und Arbeitslosenquote) auch neue Indikatoren eingesetzt werden, um auch das Ausmaß der Unterbeschäftigung und Entmutigung erfassen zu können.

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